Piano Microphones im Test

Klavier aufnehmen: Die besten Voraussetzungen

Das beste Mikrofon nützt nichts, wenn die Aufnahmebedingungen nicht passen. Achte deshalb auf folgende Dinge, wenn du ein Klavier aufnehmen möchtest:

 

  • Das Piano muss gut gestimmt sein.
  • Eventuell musst du das Piano im Raum bewegen. Manchmal ist der Klang schlechter, wenn das Klavier an der Wand steht. Da die meisten Klaviere Rollen haben, sollte das Bewegen kein Problem sein.
  • Das Klavier muss eventuell geöffnet werden.
  • Versuche Hintergrundgeräusche wie vom Fernsehgerät aus dem Nebenraum oder Straßengeräusche durch ein geöffnetes Fenster zu vermeiden.
  • Schaffe die besten akustischen Voraussetzungen: Möchtest du zum Beispiel wenig Hall in deinen Aufnahmen, stelle mehr Möbel in den Raum, lege einen Teppich aus oder bringe für die bestmögliche Kontrolle des Raumklangs Absorber an.

 

Kondensatormikrofone: Eine gute Wahl bei Piano-Aufnahmen

Kondensator-Mikrofon: Funktionsweise

 

Kondensatormikrofone bestehen aus einer beweglichen Membran und einem zweiten, fest montierten Metallplättchen (Gegenelektrode) direkt dahinter. Beide sind leitfähig und bilden zusammen den Kondensator, der die elektrische Ladung speichert. Die Ladung kommt entweder von anliegender Phantomspeisung oder durch die Beschichtung der Kondensatorbestandteile. Trifft Schall auf die Membran, wird diese in Schwingung versetzt und verändert in entsprechender Frequenz ihren Abstand zur Gegenelektrode. Als Konsequenz schwankt aber auch die Spannung des Kondensators. Die aktive Schaltung hinter dem Kondensator wandelt diese Änderung in ein elektrisches Spannungssignal um, das den aufgenommenen Schall repräsentiert.

 

Auch in deinem Smartphone steckt ein Kondensatormikrofon. Möchtest du mit deinem Smartphone Klavieraufnahmen anfertigen? Achte darauf, dass du es nicht zu nah an die Klangquelle stellst oder legst, da das sonst zu einer übersteuerten Aufnahme führen kann. Fertige am besten einen kurzen Test an, bevor du das gesamte Stück aufnimmst. Ein weiterer Tipp für das Smartphone: Nutze das integrierte Kopfhörer-Mikrofon.

 

Auch zum Klavier lernen mit Skoove reicht das integrierte Mikrofon deines iPhones oder iPads aus. Wähle einfach im Menü von Skoove aus, ob du mit akustischem Klavier oder MIDI-Keyboard lernen möchtest. Beide Methoden funktionieren problemlos. Der integrierte Algorithmus in der App erkennt automatisch in Echtzeit, ob du einen richtigen oder falschen Ton spielst. Das funktioniert sogar bei verstimmten Klavieren oder einer unruhigen Geräuschkulisse im Raum.

Kondensator-Mikrofon: Klangcharakteristik

Kondensator-Mikrofone werden meist als klassische Studio-Mikrofone verwendet. Aufgrund ihrer Funktionsweise lässt sich der Klang von Kondensatormikrofonen als detailreich, natürlich und hochaufgelöst bezeichnen. Es sind Recordings bis in höhere Frequenzbereiche möglich, weshalb sie sich eher für Klavier-Aufnahmen eignen. Die sehr agile Membran hat eine hohe Impulstreue zur Folge. Besonders bei Großmembran-Mikrofonen tritt oft eine charakteristische Klangfärbung auf. Aufgrund ihres hohen Ausgangspegels und ihrer Empfindlichkeit eignen sich Kondensatormikrofone auch für leise Aufnahmen. Achtung: Es kann Eigenrauschen vorkommen.

Mikrofonierung eines Klaviers: Was benötigst du?

Jedes Mikrofon nimmt in Mono auf. Für eine Stereo-Aufnahme mit räumlichem Klang für die linke und rechte Seite benötigst du deshalb mehrere Mikrofone. Bei Solo-Klavier-Aufnahmen kannst du in deiner Recording-Software eine Seite komplett nach links und die andere komplett nach rechts ausrichten (“Panning”).

Zur Aufnahme eines Klaviers im Raum benötigst du neben dem Instrument noch ein Audio-Interface mit möglichst 4 Eingängen (zum Beispiel Focusrite Scarlett 4i4). In unseren Versuchsaufbauten nutzen wir 2 oder auch 4 Mikrofone, um einen noch besseren Raumklang zu erzielen.

Wie positioniere ich Mikrofone bei einer Klavier-Aufnahme?

Grundsätzlich gibt es immer folgende Fragen zu klären:

  • Wo positioniere ich das Klavier im Raum?
  • Ist das Klavier geöffnet oder geschlossen?
  • Wie weit entfernt sind die Mikrofone?
  • In welche Richtung positioniere ich die Mikrofone?
  • Welche Art von Mikrofon ist das richtige für meinen Versuchsaufbau?

Wir nutzen für diese Beispiel-Mikrofonierungen verschiedene Kondensatormikrofone: ein Paar der Kleinmembranmikrofone RODE NT5 und ein Paar der Großmembranmikrofone Rode NT1-A.

  1. Variante: geschlossenes Klavier an der Wand, 2 Kleinmembranmikrofone

Steht dein Klavier an der Wand? Für diese Variante musst du die Position des Klaviers nicht verändern. Der Sound ist jedoch eher gedämpft, da sich die Klangwellen nur innerhalb des Pianos hin- und her bewegen.

  1. Variante: oben geöffnetes Klavier, in der Mitte des Raumes,

2 Kleinmembranmikrofone

Hier ist das Klangbild natürlicher, die Hammermechanik ist stärker zu hören und die Transienten treten stärker hervor. Achte darauf, dass das Klavier nicht zu perkussiv klingt.

  1. Variante: unten geöffnetes Klavier, in der Mitte des Raumes,

2 Großmembranmikrofone

Das Klangbild enthält hier auch tiefere Frequenzen, die Hammermechanik ist weniger zu hören. Achte darauf, dass deine Mikrofone ein weites Frequenzspektrum haben.

  1. Variante: unten und oben geöffnetes Klavier, in der Mitte des Raumes, 2 Großmembranmikrofone (auf das Klavier gerichtet), 2 Kleinmembranmikrofone (zeigen vom Klavier weg)

Diese Anordnung führt zu einer Aufnahme mit mehr Raumklang und klingt eher nach einer Live-Performance. Auf diese Weise kommst du dem tatsächlichen Klang in deinem Raum am nächsten. Der Klang ist jedoch sehr nachhallend und dadurch schwer mit anderen Stimmen oder Instrumenten zu mischen. Der Raum sollte für diese Methode außerdem auch entsprechend groß sein. Für diese Art der Aufnahme sind Kleinmembranmikrofone mit omnidirektionalen Kapseln geeignet.

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